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26.11.2021

VBE: Schulpolitik erhält Note 4,5

NRW-Schulleitungsumfrage 2021

Schulleitungen geben der NRW-Schulpolitik die Note 4,5. Viele Leitungen sind mit ihren Arbeitsbedingungen unzufrieden. Immer weniger von ihnen würden ihren Beruf weiterempfehlen. Das geht aus der repräsentativen Schulleitungsumfrage, die das Meinungsforschungsinstitut forsa im Auftrag des VBE durchführte, hervor. Die Umfrage präsentierte der VBE gemeinsam mit FLEET Education Events heute auf dem Deutschen Schulleitungskongress (DSLK) in Düsseldorf.

Dazu erklärt Stefan Behlau, Landesvorsitzender des VBE NRW: „In der Schulpolitik hat unsere Landesregierung erhöhten Förderbedarf. Schulleitungen bewerten diese mit der Note 4,5. Unser neuer Ministerpräsident Wüst ist gut beraten, seiner Regierungserklärung zu folgen und die Schulpolitik zur Chefsache zu machen. Er kann direkt mit dem Haushalt 2022 zeigen, ob er die Dauerbaustellen der Bildungspolitik anpacken möchte.“

Lehrkräftemangel bleibt das größte Problem

Das größte Problem aus Sicht der Schulleitungen ist weiterhin der Lehrkräftemangel (50 %), gefolgt von der Ausstattung / Digitalisierung (31 %) und den Corona-Maßnahmen (30 %). Rund zwei Drittel aller Schulen kämpfen täglich gegen den Lehrkräftemangel an (66 %), 2018 waren es noch 44 Prozent.

„Bisherige Maßnahmen der Landesregierung konnten den Lehrkräftemangel offensichtlich nicht spürbar abmildern, er ist sogar noch gestiegen. Währenddessen stieg der Anteil der Beschäftigten über den Seiteneinstieg. Das ist eine sehr bedenkliche Entwicklung“, so der VBE-Landesvorsitzende.

Zu wenig Zeit, zu wenig Personal

85 Prozent der Schulleitungen wünschen sich mehr Zeit für ihre Aufgaben. 78 Prozent geben an, mehr nicht-pädagogische Fachkräfte zu benötigen. Weiteres pädagogisches Fachpersonal brauchen 77 Prozent der Befragten.

„Viele Schulleitungen sind Verwaltungsfachkraft, Hausmeister und Vertretungslehrkraft in Personalunion – gerade an kleinen Systemen. Das geht nicht dauerhaft gut. Schulleitungen benötigen vor allem mehr Zeit für ihre Aufgaben. Doch Zeit gibt es nur durch ausreichend Personal“, betont Behlau.

Weiterempfehlungsbereitschaft auf Talfahrt

39 Prozent der befragten Schulleitungen würden ihren Beruf wahrscheinlich nicht oder auf gar keinen Fall weiterempfehlen. Das sagten 2018 lediglich 14 Prozent.

„Das ist ein deutlicher Hilferuf, hoffentlich einer auf den unsere Landesregierung auch reagiert, aber bitte nicht nur in Sonntagsreden. Die Landesregierung sollte sich bewusst machen, dass von angemessenen Arbeitsbedingungen nicht allein Schulleitungen profitieren, sondern vor allem die über 2 Millionen Schülerinnen und Schüler des Landes. Wer in Bildung investiert, investiert in die Jugend, in unsere Zukunft“, erklärt Stefan Behlau.

Corona hat die Digitalisierung angeschoben

56 Prozent der Schulen verfügen in allen Klassen- und Fachräumen über einen Zugang zum Internet. Im vergangenen Jahr waren es noch 40 Prozent. An 75 Prozent der Schulen können ganze Klassensätze an Tablets oder Smartphones zur Verfügung gestellt werden, allerdings nicht für alle Klassen. Im Jahr 2020 waren es noch 40 Prozent. Dazu erklärt Stefan Behlau: „Diese Entwicklung zeigt was möglich ist, wenn der gesellschaftliche Druck und der politische Wille vorhanden sind. Noch fehlt dieser Wille, wenn es um Personalmangel geht. Hier ist die Landesregierung gefordert.“

Nur gemeinsam stark!

87 Prozent der Schulleitungen beantragten bereits die Förderung ihrer Schule mit Mitteln aus dem Digitalpakt. Über ein Drittel der Leitungen fühlte sich dabei von ihrem Schulträger weniger gut (30 %) bis schlecht (9 %) unterstützt.

„Hier sind auch die Schulträger gefragt. Wenn Gelder für Bildung bereitstehen, müssen alle gemeinsam dafür sorgen, dass diese Mittel den Kindern und Jugendlichen zugutekommen“, erklärt Behlau.

Fazit

„Jahrelang war die Motivation der Schulleitungen hoch, obwohl sie stets mit Personalmangel, unzureichender Ausstattung und maroden Gebäuden zu kämpfen haben. Doch die Motivation sinkt. Die Landesregierung sollte dringend ihre Maßnahmen hinterfragen. Noch kann sie ihren Haushalt 2022 um notwendige Eckpunkte erweitern. Wer behauptet, jeden Stein herumzudrehen, muss auch wirklich alle Steine anpacken – und nicht zuletzt auch den Stein der gerechten Bezahlung endlich ins Rollen bringen“, fordert der Vorsitzende des VBE NRW

PM 58/21

Hinweis:
Die digitale Pressemappe, in der Sie zusätzliches Bildmaterial sowie alle Unterlagen zur Veröffentlichung der aktuellen Schulleitungsbefragung finden, erreichen Sie unter folgendem Link: https://www.deutscher-schulleitungskongress.de/start/presse/

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