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22.05.2012

Demografiegewinne im Schulbereich

VBE warnt SPD: Keine Taschenspielertricks

Mit Beginn der Koalitionsverhandlungen in NRW richtet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW deutliche Worte an die SPD: „Ressourcen, die durch Demografiegewinne im Schulbereich frei werden, dürfen nicht abgezogen werden“, so Udo Beckmann, NRW-Vorsitzender des VBE, „der Bildungsbereich ist nicht für Taschenspielertricks geeignet!“

Unter „Demografiegewinne“ fallen z. B. Lehrerstellen, die wegen rückläufiger Schülerzahlen frei werden. Diese Finanzmittel, so die Überlegung der SPD laut Medienberichten, könnten auf Kindergärten oder Hochschulen umgeschichtet werden. Das sei jedoch der völlig falsche Ansatz, macht Beckmann klar, und fordert von den Koalitionspartnern ein klares Bekenntnis dazu, diese Ressourcen im System „Schule“ zu belassen.

„In der Schule gibt es genug Baustellen, die es abzuarbeiten gilt“, betont Beckmann. Ganz vorne sei dabei die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern. Inklusion wird nur dann gelingen, wenn in jeder inklusiven Klasse eine Doppelbesetzung aus allgemeinbildenden Lehrern und Sonderpädagogen vorhanden ist. „Das bedeutet: Wir haben einen deutlichen Mehr-Bedarf an Lehrer-Stellen“, so Beckmann: „Allein für NRW haben VBE-Berechnungen einen Mehr-Bedarf von bis zu 10.000 Lehrerstellen ergeben“

Freiwerdende Ressourcen können laut Beckmann neben der Inklusion auch verstärkt und die Verkleinerung von Klassen fließen: „Ganz klar: Wer 20 statt 30 Schüler unterrichtet, kann sich viel mehr Zeit nehmen, um auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen“, so Beckmann. Allein diese beiden Aspekte, wie mit den Demografiegewinnen umgegangen werden kann, sollten den Koalitionspartnern zeigen, dass es an der Zeit ist, zu handeln, wenn man sich als Regierung die Chancengleichheit aller Kinder auf die Fahne geschrieben hat, unterstreicht Beckmann.

„Die Demografiegewinne dürfen von der neuen Landesregierung nicht als Steinbruch genutzt werden, um Löcher in anderen Bereichen zu stopfen“, stellt Beckmann klar. Mit einer einfachen Umverteilung der Mittel seien die Probleme im Bildungssystem nicht zu lösen, sie würden vielmehr verlagert.


Pressemitteilung 21-12
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