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26.11.2011

Infratest Meinungsumfrage belegt: Rahmenbedingungen für inklusive Schule unzureichend

VBE-Landeskonferenz 2011 in Köln

Die über 100 Delegierten der VBE-Landeskonferenz[1] legten am Wochenende in Köln ein klares Bekenntnis zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention ab.

 „Die Rahmenbedingungen für eine inklusive Schule müssen allerdings so gestaltet sein, dass sie zum Gewinn für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung werden. Der VBE fordert deutlich bessere personelle und finanzielle Rahmenbedingungen für den Gemeinsamen Unterricht“, betonte VBE-Vorsitzender Udo Beckmann in diesem Zusammenhang.

Das, was im Gemeinsamen Unterricht bisher an Sonderpädagogischer Förderung an den allgemeinbildenden Schulen ankomme, reiche nicht aus. Der Gemeinsame Unterricht an NRWs Schulen sei seit Jahren chronisch unterfinanziert, und das sei keine Voraussetzung für eine inklusive Schule.

„Ebenso deutlich ist die Skepsis der Bürger in NRW (71 Prozent) gegenüber der Bereitschaft der Politik, gemeinsames Lernen finanziell abzusichern“, so Beck-mann weiter. Dies belege die vom VBE für NRW in Auftrag gegebene repräsentative Studie von infratest dimap von Anfang November zum gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Beeinträchtigung. Die Landesregierung müsse endlich reagieren. Denn dass nur 27 Prozent der Bürger in NRW gegenwärtig in der Politik die Bereitschaft, die finanziellen Mittel für ausreichend viele Lehrer und Sonderpädagogen zur Verfügung zu stellen, sehen, sei ein unüberhörbares Signal der Bürger an die Politik, das nachgelegt werden muss. „Inklusive Bildung ist, wenn sie zum Gewinn für Kinder mit und ohne Beeinträchtigung werden soll, kein Nullsummenspiel. Ein unterfinanziert inklusives System, das zu Lasten der Lehr-kräfte und Schüler geht, ist mit uns nicht zu machen.“

Wenn die Umsetzung der UN-Behindertenrechtekonvention keine Mogelpackung werden solle, müssen aus Sicht des VBE bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Dazu gehören:
 
- Eine deutliche Absenkung der Unterrichtsverpflichtung für alle beteiligten Lehrkräfte,
- eine Begrenzung der Klassengröße auf maximal 24 Schüler,
- zusätzliche Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte, Schulpsychologen etc,.
- Intensive Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten,
- dem tatsächlichen Förderbedarf der Schülerinnen und Schüler angemessene Zeitressourcen und
- ein klares Personalkonzept für die von Schließung betroffenen Pädagoginnen und Pädagogen an Förderschulen.

Beckmann warnte die Politik: „Dass in der Grundschule bereits eine bis zu 40-prozentige inklusive Beschulung stattfindet, erlaubt nicht den Umkehrschluss, dass die Bedingungen stimmen. Es erlaubt nur den Schluss, dass die Lehrkräfte es mit höchstem persönlichem Einsatz trotz mangelhafter Bedingungen irgendwie hinbekommen. Und das nur, weil sie dabei die Grenzen der zumutbaren Belastung oft weit überschreiten. Und dieser Zustand, dieses ‚irgendwie hinbekommen‘, ist absolut inakzeptabel.“

Hier: Infratest Meinungsumfrage des VBE

PM 55/11

[1]  Die Landeskonferenz ist der einmal im Jahr stattfindende kleine Gewerkschaftstag der Lehrergewerkschaft VBE.

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