Schulpläne der Landesregierung

19.06.2020

Wir sagen danke für Ihre Zuschriften und für Ihre Unterstützung. 

Sprachrohr

Aktion Sprachrohr

Seit Montag arbeiten Grundschulen und die Primarstufen der Förderschulen wieder in ganzen Klassenverbänden ohne eine Teilung der Lerngruppen. Der Betrieb im Offenen Ganztag und in der Übermittagsbetreuung wurde zudem aufgenommen. Die überraschende Entscheidung des Schulministeriums machte viele Lehrerinnen und Lehrer fassungslos.

Mit der Aktion Sprachrohr sammelte der VBE viele Stimmen aus der Praxis. Gemeinsam machen wir auf die Probleme aufmerksam. Anne Deimel, stv. Vorsitzende (u.), überreichte diese dem Schulministerium. Wir bedanken uns herzlich für die  große Unterstützung.

Anne Deimel


In Presseauftritten trägt der VBE die Kritik in die Öffentlichkeit

Wibke Poth

  • Wibke Poth, stellv. Landesvorsitzende (o.), spricht im WDR-Fernsehen über die Aktion des VBE. Hier können Sie das Interview sehen.

  • Stefan Behlau, Vorsitzender VBE NRW, diskutiert in der Sendung ‚Eins zu eins‘ über die aktuelle Schulpolitik und trägt die Botschaften der eingereichten Statements in die Öffentlichkeit.

  • Jens Merten, Vorsitzender des VBE Solingen, spricht in der WDR-Lokalzeit über die Schwierigkeiten mit der Kommunikation des MSB.

  • Eingereichte Statements werden u.a. in der WAZ zitiert.

  • News4Teachers veröffentlicht anonymisierte Statements.

  • Videos und Beiträge auf Facebook und YouTube helfen dabei, die Kritik zu verbreiten.

  • In der Pressemitteilung des VBE NRW vom 17. Juni erklärt dazu Stefan Behlau, Landesvorsitzender:
    „Viele Kolleginnen und Kollegen sind verärgert, auch weil ihnen das Gefühl vermittelt wird, dass ihre Arbeit für das Lernen auf Distanz, die Notbetreuung, das rollierende System, die Einhaltung der Hygienepläne und vieles, vieles mehr nicht mehr gesehen wird. Wir hoffen sehr, dass der Ausspruch ‚Jeder Tag zählt‘ die Corona-Krise überdauert und endlich Auswirkungen auf eine nachhaltige Schul- und Bildungspolitik der Landesregierung hat.“


Nachfolgend zitieren wir Auszüge aus den vielen Statements an das Schulministerium, die uns zum Start des Regelbetriebs erreichten:

„Das ständige Hin und Her sorgt für viel Unruhe, Frust, Enttäuschung und Unsicherheit vor Ort. Leider erreicht der Ärger der Eltern immer wieder diejenigen, die für die schlechte Organisation und für die chaotischen Verhältnisse nicht verantwortlich sind. Dazu zählen in erster Linie die Schulleitungsmitglieder, die sich seit Monaten immer wieder den neuen Herausforderungen stellen müssen. Viele Lehrkräfte, die sich haben vorstellen können, später eine Schule zu leiten, sind durch die Erfahrungen abgeschreckt und werden sich vorerst nicht auf so eine Stelle bewerben.“

„Ich habe Onlineunterricht vorbereitet, mit besorgten Eltern telefoniert, Pläne gemacht, Lernvideos gedreht und ins Netz gestellt... definitiv hatte ich mehr Arbeit als sonst. Mit der teilweisen Öffnung und der Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht kam gerade so etwas wie Routine auf, auch die Eltern fühlten sich gut. Jetzt wird alles wieder umgeschmissen.“

„Nach dem ersten Tag bin ich kaputt und müde. Gemischte Gefühle bestehen immer noch: Glücklich, alle Kinder gesehen zu haben und trotzdem Angst vor der evtl. Ansteckung. Viele  Regeln gilt es nun wieder neu zu bedenken. Die Kinder haben sich gefreut und hatten aber auch viele Sorgen wegen der Ansteckungsgefahr. Ein großer Teil vermisste die Zeit, als wir immer nur mit der Hälfte im Raum saßen, weil sie es entspannter fanden, als die Klassenlehrerin viel mehr Zeit für sie hatte und sie besser lernen konnten.“

Weitere Statements erhalten Sie hier als PDF.

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Zur Erinnerung:

Ministerin Gebauer hatte angekündigt, dass ab dem 15. Juni, noch vor den Sommerferien, in den Grundschulen und den Primarstufen der Förderschulen wieder ohne eine Teilung der Lerngruppen im Klassenverband regulär unterrichtet werden soll. Der Betrieb im Offenen Ganztag und in der Übermittagsbetreuung soll zudem wiederaufgenommen werden. Abstandsregeln und die Vermeidung von Infektionsketten sollen keine Rolle mehr spielen.

Der VBE hatte in allen Gesprächen deutlich gemacht, dass viele aktive und engagierte Lehrkräfte und Schulleitungen auf Anweisung des Ministeriums mit hohem Zeitaufwand ihre Pläne bis zu den Sommerferien erstellt haben. Diese Pläne enthalten genaue Angaben zum Präsenzunterricht, zum Lernen auf Distanz, zur Notbetreuung und zum offenen Ganztag. Der immense Aufwand für wenige Tage die hart erarbeiteten Pläne erneut umzuschmeißen und sich neu zu organisieren, steht in keinem Verhältnis zum Nutzen.
Ein Breites Bündnis forderte bereits vergangenen Freitag, den Fokus auf das kommende Schuljahr zu richten. Eine kurzfristige Umplanung würde zum jetzigen Zeitpunkt durch die entstehende Unruhe und Unsicherheit in den Schulen das schulische Lernen und Lehren eher behindern als befördern. Es würde notwendige und bereits abgesprochene Planungsprozesse in den Schulen für das kommende Schuljahr gefährden.

Der VBE hatte deshalb kurzfristig die Aktion Sprachrohr ins Leben gerufen.

Beginn der Aktion: 05.06.2020, Ende der Aktion: 17.06.2020
Stand der Aktion: 17.06.2020, 10:00 Uhr = 483 Zuschriften. 

Nachfolgend finden Sie einige kurze Auszüge aus den eingegangenen Mailzuschriften. Alle Statements wurden anonymisiert: 

Über die Öffnung der Schulen kann man reden, keine Frage. Über das Für und Wider und den Weg zurück lässt sich konstruktiv streiten, aber die Art und Weise, wie das Ministerium hier mit uns als Schulen und allen Mitarbeitern umgeht, ist unerträglich und völlig inakzeptabel!“ 

„Wie soll ‚Regelbetrieb mit Unterricht möglichst gemäß Stundentafel‘ gehen mit 19 % Unterbesetzung z.B. an unserer Schule?“ 

„Heute wurde ich von einer Erstklässlerin in der Notbetreuung gefragt, ob der Corona-Virus verschwunden sei.“

„Als vorgestern die Schulmail versendet wurde, waren wir im Kollegium zunächst einmal wie unter einer ‚Schockstarre‘ und dann kamen Äußerungen: ‚Ist das ein Witz?‘“

„Seit März werden Schulleiter und LehrerInnen massiv vor den Kopf gestoßen, da sie wichtige Entscheidungen auch nur aus Presse oder anderen Medien erfahren.“

„Warum wurde diese Corona-Zeit jetzt nicht genutzt, um Schulen genauso ‚unbürokratisch‘ wie die Wirtschaft zu retten und zum Beispiel digital aufzurüsten?“

„Meiner Meinung nach sind die Öffnungen verfrüht. Viele sorgen sich vor einer 2.Welle, die durch unvorsichtiges Handeln hervorgerufen werden könnte. Wer trägt dann die Verantwortung? Für alle Schüler, Eltern und Lehrer wird der Start ohne genügende Sicherheitsmaßnahmen eine Herausforderung, die nicht sein müsste.“

„Meiner Meinung nach hätte die Öffnung der Grundschulen bis nach den Sommerferien warten sollen. An unserer Schule lief der Präsenzunterricht gerade sehr gut. Alle Kinder bekamen einmal wöchentlich einen Input, Beziehungsarbeit wurde geleistet und ein Wochenplan verteilt, den die Kinder ohne Elternhilfe selbstständig bewältigen konnten.“

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8. Schulbetrieb - Schuljahr 20/21


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