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09.04.2019

VBE: Handschreiben muss gefördert werden

STEP 2019 – Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben

Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen stellen bei den Schülerinnen und Schüler deutliche Probleme mit dem Handschreiben fest. 90 Prozent der Lehrkräfte aus dem Primarbereich (Bund 89%) geben an, dass sich die Kompetenzen, die Schülerinnen und Schüler als Voraussetzung für die Entwicklung der Handschrift mitbringen, verschlechtert bis sehr verschlechtert haben. 85 Prozent der befragten Lehrkräfte aus dem Sekundarbereich (Bund 86%) beobachten, dass sich die Handschrift der Schülerinnen und Schüler verschlechtert bis sehr verschlechtert haben. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die der Verband Bildung und Erziehung (VBE) gemeinsam mit dem Schreibmotorik Institut von September 2018 bis Januar 2019 durchgeführt hat. Die Studie trägt den Titel STEP 2019* („Studie über die Entwicklung, Probleme und Interventionen zum Thema Handschreiben").

Als Ursachen benennen die Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen, wie in allen Bundesländern, eine Verschlechterung der motorischen Fertigkeiten (Schreibmotorik [90%], Feinmotorik [89 %] und Grobmotorik [64%]). „Lehrkräfte aus allen Schulformen beklagen, dass sie zu wenig Zeit für individuelle Förderung haben. Uns fehlt schlicht das Personal, um Kinder und Jugendliche in allen Bereichen optimal fördern zu können“, erklärt Anne Deimel, stellvertretende Landesvorsitzende des VBE NRW.

 

Handlungsmöglichkeiten sieht der VBE NRW in einer gezielten Förderung, gezieltem Üben, vielfältigen Freizeitaktivitäten sowie der Vorbildfunktion von Erwachsenen. Anne Deimel: „Das Spielen eines Instrumentes, gemeinsames Malen und Basteln sportliche Aktivitäten und beispielsweise das schriftliche Verfassen von Einkaufslisten helfen, grob- und feinmotorische Fertigkeiten zu trainieren.“

 

Die Umfrage hat auch ergeben, dass aus Sicht der Lehrkräfte das Handschreiben im digitalen Zeitalter sinnvoll und notwendig ist. „Digitale Medien müssen die Handschrift ergänzen und dürfen sie nicht verdrängen. Digitales Lernen und das Schreiben mit Stift und Papier schließen sich nicht aus. Die Mehrheit der Lehrkräfte ist sich einig, dass sich zwar die Medien ändern, die Handschrift aber bleibt. Eine flüssige Handschrift wirkt sich positiv auf die schulischen Leistungen aus – vor allem auf Rechtschreiben und Lesen“, erklärt Anne Deimel.

*Hintergrund:

Am 9. April veröffentlicht der VBE in Kooperation mit dem Schreibmotorik Institut die oben angeführte Studie. Die Ergebnisse sind repräsentativ. Bundesweit wurden vom September 2018 bis Januar 2019 über 2000 Lehrkräfte bundesweit befragt. Aus Nordrhein-Westfalen beteiligten sich 300 Lehrkräfte aus dem Primar- und dem Sekundarbereich.

Die Ergebnisse können Sie hier einsehen.

 


Pressemitteilung 33-2019
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