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26.02.2010

Zu den Anmeldezahlen an Gesamtschulen

VBE: Deutliches Signal für längeres gemeinsames Lernen

„Die Anmeldezahlen zeigen deutlich, dass die Gesamtschule für immer mehr Eltern eine Alternative zu einer Schulform des gegliederten Systems darstellt“, kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. „Das Angebot an Schulen, in denen die Kinder über die Grundschule hinaus gemeinsam weiterlernen können, muss deshalb dringend der Nachfrage angepasst werden.“

Die Anmeldequote von 25% an den Gesamtschulen ist ein landesweiter Durchschnitt, der zustande kommt, obwohl Gesamtschulen anders als die anderen weiterführenden Schulen in NRW nicht flächendeckend angeboten werden. Das muss immer bedacht werden, wenn man diese Quoten miteinander vergleicht.

Obwohl die Landesregierung neu errichteten Gesamtschulen strikt den Ganztag verweigert, denken immer mehr Kommunen über eine solche Neugründung nach, weil sie die wachsende Nachfrage der Eltern bedienen wollen.

„Die Menschen wollen sich nicht bevormunden lassen“, so Beckmann. „Sie akzeptieren immer weniger eine Bildungspolitik, die ihre Wünsche missachtet.“

Nicht nur Eltern, auch Grundschullehrkräfte empfinden es zunehmend als sinnlosen Druck, für acht- bis neunjährige Kinder einen Bildungsweg prognostizieren zu müssen. Nicht ohne Grund haben sich inzwischen Grundschulleiterinnen und -leiter in NRW zu einer Initiative zusammengeschlossen, die für das gemeinsame Lernen über die Grundschulzeit hinaus plädiert. Prognosen über die künftige Entwicklung von Kindern braucht man ohnehin nur, wenn man die Strukturen des „begabungsgerechten gegliederten Schulsystems“ für sakrosankt erklärt.

Der VBE hält es in dieser Frage mit dem „Pisa-Papst“ Jürgen Baumert, der im Schulausschuss erklärte, dass „die Frage begabungsgerechte Beschulung obsolet geworden“ sei und die Behauptung, die Hauptschule sei für praktisch Begabte zuständig, folgendermaßen kommentierte: „Von der Psychologie her: Es gibt keinen praktischen Begabungstypen.“ (Landtag NRW, Apr 14/1019, S. 27).

PD 12/10

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