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24.09.2019

VBE: Es liegt auf der Hand, was hier nötig ist

Tag der Lehrergesundheit

Anlässlich des morgigen Tages der Lehrergesundheit* blickt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW kritisch auf den Umgang mit den Ergebnissen der aufwendigen Befragung „COPSOQ“ zur Lehrergesundheit. Vor rund einem Jahr veröffentlichte das Schulministerium den Gesamtbericht zur Erhebung psychosozialer Belastungen bei Lehrkräften im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen mit dem COPSOQ*. Sechs Jahre dauerte die erste Durchführung. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW fordert Verbesserungen der Rahmenbedingungen, um die Belastungen zu reduzieren.

„Wir benötigen mehr Maßnahmen in den Schulen, die über die eigenen Kraftanstrengungen hinausgehen. Die meisten Angebote und Maßnahmen setzen auf der Ebene der einzelnen Schule oder der einzelnen Kolleginnen und Kollegen im Rahmen von Prävention an. Dies ist sicherlich auch wichtig, aber ohne verbesserte Rahmenbedingungen wird sich an diesen Belastungsfaktoren nur wenig ändern. Laut der Untersuchung tragen die Lärm- und Stimmbelastung erheblich zum Auftreten von Stresssymptomen bei. Es liegt auf der Hand, was hier nötig ist: Kleinere Klassen, multiprofessionelle Teams in jeder Schule. Verbesserungen der Rahmenbedingungen würden maßgeblich zu einer Reduzierung der Belastungsfaktoren beitragen“, erklärt Wibke Poth, stellvertretende Landesvorsitzende des VBE NRW.

Als „Hauptbaustellen“ werden im Bericht die emotionalen Anforderungen am Arbeitsplatz und der Work-Privacy-Conflict identifiziert. Diese sind im Vergleich zu anderen Berufsgruppen bei Lehrkräften stark erhöht und können zum Burnout führen.

Der VBE NRW begrüßt, dass in den letzten Haushalten der Posten für den Arbeits- und Gesundheitsschutz im Schulbereich deutlich erhöht worden ist. Außerdem ist eine Reihe von Angeboten initiiert worden.

„Für die Schulen wäre es hilfreich, wenn sie ein festes Budget für den Arbeits- und Gesundheitsschutz hätten, ähnlich dem Fortbildungsbudget“, fordert Wibke Poth.

Die COPSOQ-Befragung soll in NRW in die zweite Runde gehen. „Es darf jetzt nicht wieder sechs Jahre dauern. Das lässt sich mit den ständig wachsenden Herausforderungen nicht vereinbaren. Bei der ersten Befragung kamen die Themen Integration und Inklusion noch gar nicht vor“, erklärt die stellvertretende Landesvorsitzende.

 

*Die Fortbildung „Tag der Lehrergesundheit“ besuchen morgen über 400 Lehrkräfte in Dortmund. Der erneut ausgebuchte VBE-Fortbildungstag bietet zahlreiche Workshops und Beratungsgespräche, die dabei helfen können, in diesem stressigen, fordernden aber auch schönen Beruf gesund zu bleiben.

*Der Copenhagen Psychosocial Questionnaire ist die Grundlage des Fragebogens, den Landesbeschäftigte in den Schulen nach und nach seit 2012 vorgelegt bekommen haben mit dem Ziel, die psychosoziale Belastung am Arbeitsplatz Schule zu erfassen und Maßnahmen zur Prävention daraus abzuleiten. Link zum Gesamtbericht: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Lehrer/Lehrkraft-sein/Arbeits-und-Gesundheitsschutz/geschuetzterBereich/Gesamtbericht-NRW.pdf


Pressemitteilung 67-2019
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Ausgabe 71


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