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23.08.2019

VBE: Es geht um die Gewinnung der besten Köpfe für die beste Bildung

Pressekonferenz der Schulministerin zum Schuljahresauftakt

Auf der heutigen Pressekonferenz zum Schuljahresauftakt stellte Schulministerin Gebauer u.a. die Zahlen, Daten und Fakten bezüglich der Umstellung der Gymnasien auf G9 vor. Der Verband Bildung und Erziehung erwartet ebensolche Kraftanstrengungen für alle anderen Schulformen.

„Die Landesregierung darf bei allen Anstrengungen und der Konzentration auf die Schulform Gymnasium nicht die anderen Schulformen aus den Augen verlieren. Nach wie vor fehlt der Blick auf die gesamte Schullandschaft, nach wie vor wird anscheinend die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler an den Haupt-, Real-, Gesamt- und Sekundarschulen aus den Augen verloren. Und die Grundschulen warten zum Beispiel noch immer auf den bereits lange angekündigten Masterplan. G9 zeigt doch, welche Investitionen möglich sind. Zudem fehlt für den zentralsten Problembereich, den Lehrkräftemangel, noch immer der große Wurf. Wenn unser Bundesland wirklich mal einen Spitzenplatz bei der Bildung erobern möchte, muss dies auch im Wettbewerb um das beste Personal deutlich werden. Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit muss mit dem Haushalt 2020 kommen. Eine sorgfältige Planung und Vorbereitung für die gesamte Schullandschaft muss endlich vollzoge n werden“, fordert Stefan Behlau, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW.

NRW wechselt zu G9

„Qualität vor Schnelligkeit war für den Wechsel von G8 auf G9 der richtige Weg, auch wenn die Gymnasien bei der Umsetzung der Lehrpläne vor einer großen Aufgabe stehen. Jetzt gilt es, dranzubleiben“, sagt Behlau.

DigitalPakt Schule

„Der Digitalpakt ist eine Starthilfe. Unsere Schulen brauchen regelmäßige und nachhaltige Investitionen. Es kommt jetzt darauf an, die Finanzmittel fair und schnell zu verteilen Es ist richtig, dass der Digitalpakt die Infrastruktur im Blick hat, denn die beste Ausstattung nützt nichts, wenn kein Netz vorhanden ist. Allerdings mangelt es auch an Hardware. Auf die Bearbeitung der Anträge im September sind wir gespannt“, erklärt Stefan Behlau.

Inklusion

„Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und demzufolge eine Verpflichtung, die von allen Schulen mitgetragen und gestaltet werden muss. Eine Bündelung der Ressourcen auf bestimmte Standorte darf nur eine kurzfristige Maßnahme sein. Wir brauchen ausreichend sonderpädagogische Lehrkräfte, auch an den Förderschulen, um eine wohnortnahe Beschulung aller Kinder zu gewährleisten. Die Ausweitung der Studienplätze war überfällig“, erklärt Behlau.

Seiteneinstieg gegen Personalmangel

„Die Anzahl der Studienplätze dem Bedarf anzupassen, sollte selbstverständlich sein und war überfällig. Was aber nicht geht, das sind Sondermaßnahmen ohne Rücksicht auf die Bildungsqualität. Wenn das Land weiter auf Seiteneinstieg setzt, darf diese Maßnahme nur mit einer verbindlichen Vorqualifizierung einhergehen. In anderen Berufszweigen wäre das undenkbar. Quereinsteiger bei der Bahn erhalten einen verbindlichen Ausbildungskurs und eine Begleitung auf ihren ersten Reisen. Das erwarten wir auch für die Schulen des Landes“, fordert der VBE-Landesvorsitzende.

Gleichwertige Arbeit, ungleicher Lohn

„Die Arbeit der Lehrkräfte ist gleichwertig, die Ausbildung ist gleichwertig, deshalb muss auch die Bezahlung endlich gleich sein. Dies wäre die effektivste Werbekampagne für die Vielfalt des Lehrerberufs und zudem ein eindeutiges Statement einer Landesregierung, die NRW zum Land des Aufstiegs durch Bildung machen will. Andere Bundesländer machen es NRW mittlerweile vor und ziehen in der Frage der Lehrerbesoldung an dem bevölkerungsreichsten Bundesland vorbei. Es geht nicht nur um das akute Löcherstopfen, sondern auch um eine nachhaltige und perspektivische Politik zur Gewinnung der besten Köpfe für die beste Bildung“, erklärt Stefan Behlau.

 

Weiterführende Informationen:

VBE NRW zum Gesetz zur Neuregelung der Dauer der Bildungsgänge im Gymnasium

VBE-Umfrage zur Digitalisierung in der Schule

Kein stilles Warten auf den Masterplan Grundschule

Rund 36.000 Menschen fordern A13/EG13 für alle Lehrkräfte aller Schulen


Pressemitteilung 61-2019
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Ausgabe 71


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