VBE zur aktuellen Schulsituation in Hamm (Juli 2017)

15.08.2017

Steigende Schülerzahlen, immer weniger Lehrer, fehlende Räume, keine Sonderpädagogen für Inklusion, zu große Klassen und obendrein zu wenig Studienplätze für das Lehramtsstudium, davon war jetzt landesweit in NRW zu lesen.

VBE-Stadtverband Hamm kam jetzt zu einem Stammtisch zusammen und bekam auch aus den Kollegien hier vor Ort wiederholt die Rückmeldung, dass diese Rahmenbedingungen auch für die tägliche Arbeit mit den Kindern in Hamm zuträfen.

„Wir werden den Kindern so nicht mehr gerecht. Nicht nur, dass wir keine Kapazitäten haben, die Schwächen der Schüler in kleinen Lerngruppen zu testen, nein, uns fehlt auch das Personal, Schüler anschließend entsprechend zu fördern“, so die Stadtverbandvorsitzende Martina Klöcker.

An Lehrkräften für das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung fehlt es völlig. Die Zuteilung von Sonderpädagogen an die Regelschulen ist zu knapp bemessen. Wenn Schulen Stellen ausschreiben dürfen, können diese wegen Lehrermangels dann gar nicht besetzt werden. Die Schulen samt ihren Lehrern stehen dann allein da.

„Der VBE spricht auch hier im Stadtgebiet von einer Mangelwirtschaft. Dass Lehrer zum Beispiel über die Altersgrenze hinaus arbeiten, ist nicht die Lösung, sondern ein Symptom des Problems.“, erklärte Klöcker. 

Die Rückmeldungen der Kollegen an die VBE-Interessensvertreter, dass die Kollegen erschöpft und enorm belastet seien, nehmen stetig zu. Die Auseinandersetzung mit schwierigen Schülern, der zunehmende Lärmpegel und dabei keine Pausen, seien der Alltag in den Grundschulen.

„Das Aufgabenspektrum der Lehrkräfte nimmt seit Jahren zu, aber die Entlastungen zum Beispiel durch multiprofessionelle Teams sind dabei in keinster Weise in Sicht.“, so Klöcker weiter.

Die Politik muss jetzt endlich wach werden. Der VBE ist sich sicher, dass diese Situation in den Schulen kein vorübergehendes Phänomen ist.

„Steigende Schülerzahlen, zu wenig Lehrer und zu wenig Studienplätze, das sind keine Faktoren, die an der Schulmisere etwas ändern. Die Situation in den Schulen ist keine gute Voraussetzung, um für das „Berufsbild Lehrer“ in der Öffentlichkeit zu werben.“, so Elke Linnemann-Rittmann, die im Stadtverband für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Lehrerberuf müsse wieder attraktiver gemacht werden, was unter den erbärmlichen Rahmenbedingungen aber nur schwer zu erreichen sei. Die Kollegen gingen bis zur Belastungsgrenze und ihr Engagement reiche oft immer noch nicht.

„Wir wissen aber alle, dass gesundheitliche Einbußen wiederum zu Ausfällen in den Schulen führen“, so die Gewerkschaftsvertreter.

Ein Beruf, der von vielen Lehrern mit viel Herzblut umgesetzt werde, müsse seitens der Politik stärker honoriert und wertgeschätzt werden. Die Leidtragenden seien letztlich nicht nur die Lehrer, sondern vor allem die Kinder in den Klassen.

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