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12.07.2017

VBE: In NRW fehlen mindestens 30.000 Lehrkräfte

Bertelsmann-Studie prognostiziert steigende Schülerzahlen

Die Hoffnung der alten Landesregierung, dass der zurzeit in NRW bestehende Lehrermangel ein vorübergehendes Phänomen ist, hat sich heute, mit den von der Bertelsmann Stiftung vorgelegten Zahlen als realitätsfremd erwiesen.

Vor dem Hintergrund der Bertelsmann-Daten, in denen NRW bei der Schülerentwicklung und somit beim Lehrerbedarf im Mittelfeld der westlichen Flächenstaaten liegt, bedeutet das hochgerechnet, dass bis 2030 ein zusätzlicher Lehrerbedarf von mindestens 11.000 Lehrkräften - mit dem Schwerpunkt auf der Grundschule - besteht. Das schätzt der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW.

Zu dem von der Bertelsmann Studie prognostizierten, auf NRW hochgerechneten Lehrerbedarf, kommen weitere Anforderungen hinzu, die sich zum Teil aus dem Koalitionsvertrag ergeben: Bis zu 1.800 Lehrerstellen für die Rückkehr zu G9, bis zu 400 Lehrerstellen für den Erhalt kleiner Förderschulen, bis zu 7.000 zusätzliche Stellen um sicherzustellen, dass Inklusion auch an den Regelschulen qualitativ gelingt; rund 10.000 Lehrerstellen um die in Aussicht gestellte Besetzung der Schulen von 105 Prozent - zur Vermeidung von Unterrichtsausfall - sicherzustellen.

 Hochgerechnet benötigt NRW in den kommenden zehn Jahren demnach mindestens 30.000 Lehrerstellen mehr als heute. Die Absenkung der Lerngruppengröße sowie der Unterrichtsverpflichtung der Lehrkräfte ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Da es in der Regel mindestens sieben Jahre von Aufnahme des Studiums bis zur Anstellung in der Schule dauert, bedarf es nach Ansicht des VBE dringend einer Lehrerausbildungsoffensive. Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW, betont: „Es ist nicht fünf vor zwölf sondern bereits fünf nach zwölf. Wer mehr Lehrer haben will, muss für eine höhere Attraktivität des Berufs und ausreichende Studienplatzkapazitäten sorgen. Vor dieser Kulisse ist es ein fataler Fehler der neuen Landesregierung, dass sie im Koalitionsvertrag zu einer Einstiegsbesoldung nach A13/EG13 für alle Lehrkräfte schweigt.“


Pressemitteilung 35-2017
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