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07.12.2016

VBE: Ausstattung der Grundschulen muss Bildungsauftrag gerecht werden

VBE bei Anhörung zu Grundschulen im Landtag

Die Arbeit in den Grundschulen ist aus Sicht des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) aus der Balance geraten. Wie diese wiederhergestellt werden kann, dazu äußerten sich heute im Landtag, im Rahmen einer Anhörung, Vertreter des VBE NRW.

Aus Sicht des VBE gibt es viele ungelöste Probleme. Es fehlen Lehrkräfte, Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen, sozialpädagogische Fachkräfte, und Lehrkräfte mit einer Qualifikation für Deutsch als Zweitsprache.

Die Klassen sind zu groß. Laut Blitz-VBE-Umfrage von Mitte November werden in 60 Prozent der Klassen 24 Kinder und mehr unterrichtet, rund 13 Prozent der Klassen umfassen 28 und mehr Kinder.

In keiner Schulform fehlen mehr Schulleitungen. Um die Attraktivität des Amtes zu stärken, werden die Schulleitungen jetzt höher besoldet. Bedauerlich ist, dass die Stellvertretungen in ihrer bisherigen Besoldungsstufe verbleiben. Mit Blick auf die vielen unbesetzten Stellen für stellvertretende Schulleitungen ein fatales Signal.

Es gibt zu wenig Zeit für Aufgaben neben dem Unterricht, wie etwa Elternberatungen, um Konzepte für das digitale Lernen zu erarbeiten oder die Gestaltung des Ganztags. Zum Vergleich: Eine Grundschule mit 200 Schülern erhält dafür zwei Anrechnungsstunden für das gesamte Kollegium. Ein Gymnasium mit 200 Schülern in der Sekundarstufe II erhält hingegen 19 Anrechnungsstunden. 

„Das System muss vom Kopf auf die Füße gestellt werden“, verlangte der Vorsitzende des VBE, Udo Beckmann, anlässlich der Anhörung. „Gerade Kinder im Grundschulalter benötigen eine zeitaufwendige Betreuung und Begleitung für einen gelingenden Einstieg in unser Bildungssystem und die Lehrkräfte dafür ausreichende zeitliche Ressourcen.“

Der VBE fordert:

  • Die Schaffung einer Vertretungsreserve für jede Grundschule.
  • Ein Schulleitungsteam aus Rektor und Konrektor für jede Grundschule, die beide deutlich besser besoldet werden als Lehrkräfte.
  • Eine Doppelbesetzung in allen inklusiven Klassen.
  • Mehr Ressourcen für qualitativ hochwertige Ganztagsangebote.
  • Drastische Absenkung der Klassengröße.
  • Die Anpassung der Unterrichtsverpflichtung an das Niveau der Schulen des längeren gemeinsamen Lernens, auch an Grundschulen.

 


Pressemitteilung 52-2016
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