VBE Kleve zum Umgang mit Flüchtlingskindern

01.03.2016

Kaum ein Thema beschäftigt die Öffentlichkeit und im Besonderen die Kindertageseinrichtungen und Schulen mehr, als die Flüchtlinge. Der VBE-Kreisvorsitzende Jens Willmeroth fordert: „Schule muss so aufgestellt sein, dass sie jedem Schüler, jeder Schülerin die Perspektive auf gesellschaftliche Teilhabe sichern kann.“ Weiter führt er an, dass die Schülerprognosen mit Blick auf die hinzukommenden Flüchtlingskinder neu aufgestellt – und die Bildungsetats schnellstens der Wirklichkeit angepasst werden müssen.

Im vergangenen Kalenderjahr hat sich im Kreis Kleve die Zahl der Seiteneinsteiger – Kinder, die weniger als ein Jahr in Deutschland leben – verdreifacht! Da die Kinder im laufenden Schuljahr an die Schulen kommen, werden sie bestehenden Klassen zugeordnet. Ein neuer Erlass regelt, dass bestehende Klassenobergrenzen außer Kraft gesetzt werden können. Damit füllen sich die Schulklassen mit Kindern, die eigentlich erhöhter Zuwendung bedürfen. Lehrkräfte – auch die mit Deutsch als Zweit- oder Fremdsprache - müssen zusätzlich eingestellt werden. So sind im Grundschulbereich im Kreis Kleve seit geraumer Zeit fünf Beamtenstellen mit der Qualifikation „Deutsch als Zweitsprache“ ausgeschrieben. Mangels Bewerber und mangels ausreichender Qualifikationsmöglichkeiten sind diese Stellen noch gar nicht besetzt worden.

„Die Schulen werden mit der Problematik allein gelassen. Die erhöhten Lehrerbedarfe werden nicht oder verzögert umgesetzt. Fortbildung, zusätzliche räumliche Bedarfe und Sachausstattungen müssen mühsam kreativ umgesetzt werden. Insgesamt ist es für alle Beteiligten eine unbefriedigende Situation.“ moniert Jens Willmeroth. „Es fehlen geeignete Strukturen, die in anderen Kreisen schon seit langem eingerichtet sind. Kommunale Integrationszentren sind dort erste Kontaktstellen für ankommende Familien mit schulpflichtigen Kindern. Dort geschieht die Beratung über das deutsche Schulsystem, es werden Dolmetscher vermittelt und Netzwerke für die Integration aufgebaut.“ Neben Lehrpersonen fehlen Schulträgern Dolmetscher, Sozialarbeiter und Psychologen.

Ein solches Kommunales Integrationszentrum fordert der VBE Kreisverband Kleve auch für den Kreis Kleve. In der Lehrerausstattung muss das Land sich stärker um die Randkreise kümmern, so dass Stellen besetzt werden können. In diesem Bereich beobachtet der Lehrerverband ein sich immer stärker veränderndes Stadt-Land-Gefälle. Auch hier muss das Land Chancengleichheit für alle Kinder gewährleisten.

Der VBE Kleve fordert die Landesregierung auch auf, flexible Klassenobergrenzen für alle Jahrgänge einzurichten, so dass bei verstärktem Zuzug neue Klassen gebildet werden können.

„Die Integration der Flüchtlingskinder ist eine Aufgabe von höchster Bedeutung, die nur Bund, Länder und Kommunen gemeinsam lösen können. Scheitert sie schon in der Schule, werden die gesamtgesellschaftlichen Kosten später umso höher ausfallen“, warnt Jens Willmeroth.

Hinweis für die Lehrpersonen im Kreis Kleve: Die LVR Klinik in Bedburg-Hau ist Ansprechpartner in Sachen Traumata.

Die Unfallkasse der Schulen (UK) stellt neben diversen Broschüren auch Informationen zur Integration zur Verfügung. Ebenso unterstützen die IHK und die Caritas vor Ort.

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