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18.12.2015

Wegducken nicht möglich - 2016 zum Jahr der Bildungsgerechtigkeit machen

Die Aufgabenliste für die Schulen im neuen Jahr ist lang

Auch im Jahr 2016 werden die Beschulung der Flüchtlingskinder und die Inklusion die bestimmenden Themen in den Schulen sein. Den Prognosen der Landesregierung folgend, rechnet der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW mit bis zu 90 000 neu ankommenden Flüchtlingskindern in NRW im Jahr 2016, die in die Schulen integriert werden müssen.

Legt man die NRW-übliche Schüler-Lehrer-Relation von 1:15 zugrunde, werden dafür im neuen Jahr in NRW 6000 zusätzliche Lehrerstellen nötig sein. Der Vorsitzende des VBE, Udo Beckmann, warnt vor Zögerlichkeit:„Lehrer sind Integrationsmotoren. Wenn die Schulintegration scheitert, werden die gesellschaftlichen Kosten später um ein Vielfaches höher ausfallen.“

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Dass einige Kommunen inzwischen dazu übergehen, Flüchtlinge auf bestimmte Standorte zu konzentrieren, hält der VBE für integrationsfeindlich. Die Flüchtlingskinder sollen möglichst schnell in die Regelschulen integriert werden. Die Herausforderung dabei wird sein, allen Kindern, mit und ohne Handicap sowie mit und ohne Migrationshintergrund, gerecht zu werden. Beckmann sagt: „ Ich fordere alle Politiker dazu auf, 2016 zum Jahr der Bildungsgerechtigkeit machen. Denn wo keine Gerechtigkeit herrscht, ist der soziale Friede bedroht.“

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Kitas und Schulen können zum Zusammenhalt der Gesellschaft viel beitragen. Frühwarner gegen Radikalisierung zu sein, ist nur ein Punkt auf der langen Aufgabenliste, die Politiker ihnen in den letzten Wochen angetragen haben.

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Wenn Kitas und Schulen das leisten, ist das aber kein Sparpaket, sondern erfordert Mehraufwendungen, die deutlich über dem bisher zur Verfügung gestellten, liegen. Um ihren Auftrag gerecht zu werden, brauchen die staatlichen Bildungseinrichtungen neben zusätzlichem Schulraum vor allem ausreichend qualifiziertes Personal. Beispielsweise auch für die Dauerbaustelle Inklusion. An 40 Prozent der Grundschulen in NRW arbeiten etwa Lehrerinnen und Lehrer ohne sonderpädagogische Unterstützung mit Kindern, die eine Lern- oder Entwicklungsstörung haben.

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„Wegducken werden bei der Bewältigung dieser Aufgaben nicht zum Erfolg führen. Im Gegenteil, wenn die Herausforderungen Inklusion und anhaltende Zuwanderung weiterhin personell nicht hinreichend unterfüttert werden, wird dies zu einer deutlichen Absenkung der Bildungsqualität führen", mahnt Beckmann. Zur Ehrlichkeit gehöre in dieser Situation aber auch, dass das gemeinsame Ziel, ein sozial gerechtes, leistungsfähiges und vielfältiges Bildungssystem weiter zu entwickeln, kein Bundesland allein erreichen könne.

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Aus Sicht des VBE ist es daher nötig, das Kooperationsverbot im Bildungsbereich endlich aufzuheben.


Pressemitteilung 55-15
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