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31.07.2015

VBE: Inklusion und Beschulung von Flüchtlingskindern stärker in den Fokus rücken

Erwartungen für das neue Schuljahr

„Das, was die UN-Behindertenrechtskonvention von den Schulen fordert, und das, was die Landesregierung ihnen zur Verfügung stellt, passt nicht übereinander“, so die Bilanz von Udo Beckmann, dem Vorsitzenden des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW mit Blick auf das neue Schuljahr. Die Inklusions-Realität in den Schulen werde dem Anspruch nicht gerecht: „Es fehlen Sonderpädagogen, es mangelt an ausreichenden Fortbildungen und die Lerngruppen sind viel zu groß.“

Vor allem die Doppelbesetzung aus einem Regelschullehrer und einem Sonderpädagogen sei eine wichtige Voraussetzung, damit kein Kind zum Verlierer der Inklusion wird, erklärt Beckmann, das habe auch die Forsa-Umfrage unter Lehrkräften vom Mai 2015 im Auftrag des VBE gezeigt: „Individuelle Förderung ist für alle Kinder wichtig, behinderte wie auch nicht-behinderte. Sie wird aber konterkariert, wenn den Schulen die entsprechenden Rahmenbedingungen vorenthalten werden.“ Deswegen sei es auch nötig, dass die Schulen eingebettet sind in ein professionelles Netzwerk, das z. B. aus Logopäden, Sozialpädagogen und Schulpsychologen besteht.

Auch bei der Beschulung der Flüchtlingskinder fühlen sich die Schulen zu wenig unterstützt, bemängelt Beckmann: „Die Flüchtlinge aus dem Nahen Osten, die vor Krieg, Folter und Vergewaltigung fliehen, brauchen hier Sicherheit und einen Rahmen, in dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Dazu gehört auch eine angemessene Beschulung der Kinder und Jugendlichen. Dafür brauchen wir deutlich mehr Lehrkräfte, die Deutsch als Fremdsprache unterrichten können. Die 310 zusätzlichen Lehrerstellen, die das Land zur Verfügung gestellt hat, reichen angesichts des nicht abreißenden Flüchtlingsstroms bei weitem nicht aus.“

Der Ausbau der IT-Ausstattung an Schulen müsse ebenfalls dringend vorangetrieben werden, damit Anspruch und Wirklichkeit nicht immer weiter auseinanderklaffen, verlangt Beckmann: „Die digitale Ausstattung in den Schulen ist mittelalterlich.“ Es sei auch nicht hinnehmbar, dass sich Lehrerinnen und Lehrer privat weiterbilden müssen, weil der Dienstherr ihnen keine adäquaten IT-Fort- und Weiterbildungen anbietet, so Beckmann: „Wer will, dass Lehrkräfte mit der Zeit gehen, muss ihnen auch den Weg pflastern und darf keine Stolpersteine auslegen.“


Pressemitteilung 33-15
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