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13.08.2014

Der Raum als dritter Pädagoge - Lern- und Lebensraum Schule

Vorstellung der Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland

Schulen sind schon lange keine reinen „Lehranstalten“ mehr. Sie sind ein Lebensraum, in dem Kinder und Jugendliche einen Großteil ihres Tages verbringen. „Deswegen müssen Schulen so konzipiert und gebaut sein, dass die Räumlichkeiten den Anforderungen entsprechen, die durch immer heterogener werdende Lerngruppen entstehen“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Bund und NRW. Der VBE, der Bund Deutscher Architekten (BDA) und die Montag Stiftungen Urbane Räume und Jugend und Gesellschaft haben gemeinsam Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland entwickelt, die allen an Schule Beteiligten helfen sollen, ein optimales Lern- und Lehrklima zu ermöglichen.

Viele Schulen sind noch für große Klassen konzipiert, in denen weitgehend frontal unterrichtet wurde. „Das passt nicht mehr in Zeiten des längeren gemeinsamen Lernens und in Zeiten von individueller Förderung“, so Beckmann. Zudem sei es wichtig, allen an Schule Beteiligten optimale räumliche Bedingungen zur Verfügung zu stellen, erklärt Heiner Farwick, Präsident des Bundes Deutscher Architekten: „In Räumen, die auf die Anforderungen der Kinder und Lehrkräfte ausgelegt sind, lernt es sich einfach besser.“ Die Anforderungen an Schulbauten haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt, vor allem durch den Ganztag und die Inklusion. „Schulen dürfen diesen Entwicklungen nicht hinterherhinken“, so Farwick weiter, „häufig wird eine strikte Trennung zwischen Unterricht und Nachmittagsbetreuung aufgehoben. Das muss sich auch im Raumangebot einer Schule niederschlagen.“

Der Neu- und Umbau von Schulgebäuden ist deswegen eine große Herausforderung für die Kommunen. In den nächsten Jahren müssen viele Schulen in ganz Deutschland bundesweit saniert oder umgebaut werden und sich an wechselnde Anforderungen anpassen. „Unterrichtsformen werden vielfältiger und Lernprozesse verändern sich mit dem Fokus auf heterogene Gruppen von Lernenden. Inklusion wird zum weitreichenden Anspruch“, betont Dr. Karl-Heinz Imhäuser, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft.

Klassen-, Pausen- und Lehrerräume dürfen nicht allein auf die Wahl von Materialien oder Farben reduziert werden, verdeutlicht Udo Beckmann: „Atmosphäre, Gestaltung und die Einbindung in die Umgebung sind ebenso wichtig. Außerdem wirken sterile Räume, wie sie häufig in den 70er Jahren gebaut worden sind, eher negativ auf jeden, der mehrere Stunden dort verbringt. Heute sollten Schulen und Klassenzimmer die Möglichkeit bieten, sich flexibel verändern zu können.“
Auch bei der Renovierung vorhandener Gebäude sollte auf „Stückwerk“ verzichtet werden, fordert Farwick: „Schule muss sich auch immer als Ganzes verstehen, als ein Ort, der gleichermaßen zum Lernen wie zum Leben genutzt wird. Jeder sollte die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen oder gemeinsam lernen zu können.“

Mit den Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland haben der VBE, der BDA und die Montag Stiftungen Kriterien erarbeitet, mit denen für Schulbau Verantwortliche einen praxisnahen Handlungsfaden an die Hand bekommen. Beispiele renovierter und neu gebauter Schulen runden die Leitlinien ab.

Gemeinsame Pressemitteilung von VBE NRW, BDA, und Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Download "Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten"

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