Pressemitteilung vom 20.04.2012
VBE: Vorlesen darf nicht die Ausnahme bleiben
Egal ob Gute-Nacht-Geschichte oder ein Familienabend mit einem spannenden Lese-Abenteuer – Bücher sind ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung von Kindern. „Vorlesen gehört einfach dazu – es eröffnet uns neue Horizonte und regt die Phantasie an“, sagt Udo Beckmann, NRW-Vorsitzender des Verbands Bildung und Erziehung. Daher sei es wichtig, dass sich Eltern nicht nur am Welttag des Buches auf die Vorlese-Tradition besinnen.
Es sei wichtig, dass Eltern ihre Kinder schon früh für Bücher begeistern, so Beckmann: „Kindergärten und Schulen können die Freude an Büchern zwar verstärken, aber der Grundstein muss in den Familien selbst gelegt und gepflegt werden.“ Das sei vor allem vor dem Hintergrund einer Umfrage der Stiftung Lesen wichtig, nach der 37 % der Kinder sagen, ihnen würde niemals vorgelesen werden. „Kindern wird hier ein elementarer Teil der Phantasie-Welt vorenthalten, das ist sehr schade“, bedauert Beckmann.
Diese Begeisterung für Bücher und Geschichten muss auch in Kindergärten und Schulen weiter gelebt werden. „Leider haben viele Schulen nur eine spärlich ausgestattete Schul-Bücherei, oft fehlt sie sogar ganz“, beklagt Beckmann. Deshalb fordert der VBE eine deutlich bessere Ausstattung der Schulen mit Büchern, damit die Lesekompetenz bestmöglich gefördert werden kann.
Hintergrund sind verschiedene Studien der Stiftung Lesen, die ergeben haben, dass Kinder, denen vorgelesen wird, sich besser entwickeln – und das nicht nur in der Schule: Sie sind aktiver, machen mehr Sport und haben höhere soziale Kompetenzen. „Es ist klar: Das häufig als „langweilig“ deklarierte Lesen sorgt für ein breites Interessensspektrum – und das wirkt sich nachhaltig auf die Entwicklung aus“, erklärt Beckmann. Von den Kindern, denen früh und regelmäßig vorgelesen wird, greifen später auch über die Hälfte weiter gern zum Buch – in der Gruppe der Kinder, denen nicht vorgelesen wird, waren es nur knapp über ein Drittel.
Vorlesen sorgt aber auch für eine stetige Entwicklung in der Schule, so Beckmann. Kinder, die von klein auf mit Geschichten aufwachsen, kommen in der Schule besser mit, auch die Analphabetenquote ist bei diesen Kindern nicht so hoch. „Wer lesen kann, nimmt an der Gesellschaft teil, er kann leichter all ihre Möglichkeiten ausschöpfen“, so Beckmanns Bilanz. „Benachteiligungen zu vermeiden – das ist das Ziel – und dazu können auch Eltern einen Beitrag leisten“, stellt Beckmann klar. Pressemitteilung 17-12
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