Pressemitteilung vom 26.03.2012
VBE: Sprachtest muss überarbeitet werden
In dieser Woche startet in NRW der sechste Durchlauf des Sprachstandsfeststellungsverfahrens Delfin 4. Seit 2007 werden alle Kinder in NRW zwei Jahre vor Schulbeginn auf ihren Sprachstand hin überprüft. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) begrüßt die Bemühungen um die Verbesserung der Sprachförderung im vorschulischen Bereich – allerdings darf es nach Ansicht des VBE NRW nicht länger bei einem zähen „Bemühen“ bleiben.
Die aktuelle Struktur und die Rahmenbedingungen des Verfahrens sind nach Ansicht des VBE-NRW-Vorsitzenden Udo Beckmann nicht geeignet, um die vorschulische Sprachkompetenz tatsächlich zu verbessern. Außerdem wird die Durchführung des zweistufigen Sprachtests auch in diesem Jahr wieder zu Unterrichtsausfall und massiven Einschnitten bei der individuellen Förderung in den Grundschulen führen.
„Delfin 4 kann sein Ziel nicht erreichen“, betont Beckmann, „der VBE kann sich bei dieser Aussage auf zwei eigene Umfragen stützen, die 2007 und 2009 erhoben worden sind.“ Im Juni 2010 hat auch die Kultusministerkonferenz (KMK) alle Bundesländer aufgefordert, die Wirksamkeit der Spracherfassung und Sprachförderung zu überprüfen. „Nach den Kindern kommen nun endlich auch die unterschiedlichen Sprachförderprogramme auf den Prüfstand,“ so Beckmann, „allerdings hat NRW seine Hausaufgaben bislang noch nicht gemacht.“
Beckmann fordert ein kindgerechtes, praxistaugliches Verfahren und bekräftigt die Forderung des VBE, Sprachstandsdiagnostik und Sprachförderung nicht zu trennen. Beides gehört in die Hand der Erzieherinnen und Erzieher. Nur so sei gewährleistet, dass Diagnostik als Grundlage für die Förderung genutzt werden kann. „Es ist zudem fatal“, so Beckmann weiter, „dass der erste Kontakt eines Kindes zur Schule derzeit ausgerechnet eine Testsituation ist.“
PM 14/12
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