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23.03.2010

Zur Landtagsdebatte über die „Einheitsschule“

VBE: CDU und FDP im falschen Jahrhundert

„Wissen CDU und FDP eigentlich noch, was sie tun?" fragt der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann anlässlich des Antrags der beiden Fraktionen zur `Einheitsschule`. „Sie erwecken mit diesem Antrag den Eindruck, dass an Grundschulen keine individuelle Förderung möglich ist. Sollen wir das etwa so verstehen, dass CDU und FDP die Kinder demnächst schon bei der Einschulung auf unterschiedliche Schulformen verteilen wollen, weil sie sonst nicht individuell gefördert werden können?“

Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Klaus Kaiser, definierte bei einer VBE-Veranstaltung auf der didacta am 18.03.2010 den Begriff „Einheitsschule“ folgendermaßen: „Wenn alle in eine Schule gehen, dann ist das eine Einheitsschule.“ Eine solche Schule ist die Grundschule. Diese Schulform würde dem Antrag folgend „einen schwerwiegenden Eingriff in das Elternrecht“ darstellen (Landtag NRW, Drucksache 14/10857). Exakt so haben die Gegner der gemeinsamen Grundschule Anfang des 20. Jahrhunderts argumentiert, weil sie den nach Ständen getrennten Schulbesuch und die privaten Vorschulen für gut betuchte Eltern aufrechterhalten wollten.

„Dass CDU und FDP nun gegen eine gemeinsame Sekundarstufe I die gleichen Argumente ins Feld führen, wie sie vor 100 Jahren gegen die gemeinsame Grundschule ins Feld geführt wurden, ist beschämend“, so Beckmann. „Man kommt sich vor, als würde man mittels einer Zeitmaschine in die Vergangenheit zurückversetzt. Sie diskreditieren damit die hervorragende Arbeit von Grund- und Gesamtschullehrkräften. Dann fragen wir uns, wofür an diese Schulformen bereits zahlreiche Gütesiegel für individuelle Förderung verteilt worden sind. Das können wir uns nur damit erklären, dass Lehrerinnen und Lehrer dort etwas leisten, was aus der Sicht von CDU und FDP gar nicht möglich ist.“

CDU und FDP behaupten wieder einmal, eine gemeinsame Schule der Sekundarstufe I müsse mindestens 1000 Schüler haben. Diese Behauptung wird auch nicht dadurch richtiger, dass sie gebetsmühlenartig wiederholt wird. Da Reisen ja bekanntlich bilden soll, wäre hier einmal der Besuch einer Gemeinschaftsschule in Schleswig-Holstein angesagt. Dort funktionieren Gemeinschaftsschulen mit 300 Schülern.

„Abgesehen davon ist individuelle Förderung keineswegs von der Größe einer Schule abhängig, wohl aber von Faktoren wie z. B. einer ausreichenden Zahl von Lehrern“, so Beckmann. „Ansonsten müssten wir zwingend annehmen, dass die Fraktionen von CDU und FDP der Auffassung sind, an sechszügigen Gymnasien oder Berufskollegs mit häufig mehr als 3000 Schülern finde grundsätzlich keine individuelle Förderung statt.“

PD 17/10
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