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12.03.2010

Quo vadis, FDP?

VBE zu Pinkwart

„Die FDP scheint zumindest auf dem Boden der Tatsachen angekommen zu sein“, kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann die heute in der Presse zu lesenden Äußerungen des FDP-Landesvorsitzenden Andreas Pinkwart zur Notwendigkeit einer Veränderung der Schulstrukturen in NRW. „Allerdings ist die Partei noch einige Erklärungen schuldig, die wir vom morgigen Parteitag erwarten.“

So beschreibt der FDP-Landesvorsitzende in seinem Interview die von seiner Partei geforderte  so genannte regionale Mittelschule als „zweite, mehr berufsorientierte Säule“ neben dem Gymnasium, die „bessere Aufstiegschancen für praktisch veranlagte Schüler bieten soll.“ (www.derwesten.de). Damit hält die FDP an einer völlig veralteten Begabungstheorie fest, die neunjährige Kinder in „praktisch bzw. theoretisch Begabte“ einteilen und entsprechend auf Schulformen verteilen will. Der VBE-Vorsitzende empfiehlt deshalb, vor Beginn des Parteitages noch einen Blick in das Protokoll des Schulausschusses des Landtags vom 09.12.2009 zu werfen, in dem der „Pisa-Papst“ Jürgen Baumert mehr als deutlich feststellte: „Von der Psychologie her: Es gibt keinen praktischen Begabungstypen.“ (Landtag NRW, APr 14/1019, S.27)

Der Begriff „Mittelschule“ impliziert, dass diese Schulform keine Oberstufe haben soll. Sie soll aber aus einem Zusammenschluss von Haupt-, Real- und Gesamtschule entstehen. Was gedenkt die FDP mit den vorhandenen Oberstufen der Gesamtschulen zu tun? Sollen die abgebaut werden?

Bislang war in dem FDP-Konzept immer von getrennten Bildungsgängen unter einem Dach die Rede. Die Worte des FDP-Vorsitzenden klingen nun ein wenig anders: „Das Modell ist eine Weiterentwicklung heutiger Verbundschulen, doch setzen wir auf gemeinsamen Unterricht. Denn wir müssen die Chancen besserer Binnendifferenzierung nutzen.“ Soll also eine „regionale Mittelschule“ auf das Einteilen der Kinder in Bildungsgänge verzichten dürfen? Das wäre ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer eigenverantwortlichen Schule.

„Der VBE erwartet vor der Landtagswahl Antworten auf diese Fragen“, so Beckmann. „Wir sind offen für pragmatische Lösungen, werden aber kein Konzept mittragen, das funktionierende Oberstufen zerstören und Kinder im Alter von neun Jahren weiterhin Schulformen zuteilen will, von denen die eine praktisch-berufliche und die andere allgemeine Bildung vermitteln will. Jedes Kind hat ein Recht auf eine umfassende Allgemeinbildung.“

PD 16/10

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