StV/KV-LOGO
22.01.2010

Zu den neuen Übergängerzahlen

VBE: Eltern verändern das Schulsystem

„Die neuen Übergängerzahlen zu den weiterführenden Schulen sind ein weiterer Beleg dafür, dass die Eltern das Schulsystem stärker verändern als die Politik“, kommentiert der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. „Sie wählen zunehmend für ihre Kinder die Schulformen, die die Option Abitur anbieten.“

Im Jahr 1970 wechselten 59,6% der Kinder nach der Grundschule zur Hauptschule. Im laufenden Schuljahr (2009/10) wechselten insgesamt 56,8% der Kinder nach der Grundschule zu einer Schulform, die die Option Abitur anbietet (Gymnasium: 38,5%, Gesamtschule: 18,3%). Hätten die Gesamtschulen alle Kinder aufnehmen können, läge die Quote derer, die in eine Schulform mit der Option Abitur gewechselt wären, bereits wesentlich höher als die frühere Hauptschulquote.

„Dieser sich immer weiter fortsetzende Trend bleibt nicht ohne Folgen für das Schulangebot“, fasst Beckmann zusammen. „Die Kommunen als Schulträger bekommen ihn längst zu spüren. Sie versuchen, ihr Angebot der Nachfrage anzupassen, weil sie wissen, dass moderne Schulentwicklungsplanung nicht so funktionieren kann, dass man mit einem vorhandenen Angebot immer weiter auf neue Nachfrage hofft.“

Wenn die Landesregierung das traditionell gegliederte System verteidigt, spricht sie gerne vom „begabungsgerechten gegliederten Schulsystem“. Wäre das System tatsächlich „begabungsgerecht“, müssten sich die Begabungen der nordrhein-westfälischen Kinder in den vergangenen 30 Jahren sozusagen umgekehrt haben.

Darüber hinaus belegen die aktuellen Zahlen, dass Begabungen dann auch stark vom Wohnort abhängen würden. So betrug die Übergängerquote zum Gymnasium zum Beginn des laufenden Schuljahres in Bestwig 19,7%, in Ahaus 32,9%, in Nettersheim 48%, in Heimbach 58,3% und in Bad Honnef 68,2%. Die Übergängerquote zur Hauptschule dagegen betrug in Bad Honnef 4,5%, in Heimbach 12,5%, in Nettersheim 16,3%, in Ahaus 24,9% und in Bestwig 30,8%. In keiner der hier genannten Kommunen gab es Übergänge von der Grundschule zu einer Gesamtschule.

„Die Zahlen sprechen eine klare Sprache“, so Beckmann. Sie belegen einmal mehr die Notwendigkeit eines vollständigen wohnortnahen Schulangebots, das die Optionen für alle Abschlüsse enthält. Eltern und Kommunen erwarten Antworten von der Politik, die die derzeitige Landesregierung vermissen lässt. Die Eltern werden aber das Schulsystem weiter schleichend verändern, auch wenn die Landesregierung ihre Schulpolitik nach dem Motto gestaltet: Was wir nicht sehen wollen, ist auch nicht da.“

PD 05/10

Grafik: VBE NRW
Ihre Qualifizierung vor Ort

Termine, Orte und Anmeldung

Grafik: VBE NRW
Versetzungsverfahren

22.11.18, 15-17 h, 0231 425757 22

didacta
Messe Köln

19. - 23.02.19

Grafik: VBE NRW
E[LAA]N

Ausgabe 68


URL dieses Artikels:
http://www.vbe-nrw.de/menu_id/1/content_id/2240.html

VBE-Bezirksverbände

Arnsberg Detmold Düsseldorf Köln Münster

copyright © 2001 - 2018 Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW