VBE begrüßt dieTarifeinigung für Sozial- und Erziehungsdienst

29.07.2009
Bis zu 10 Prozent mehr Einkommen für Erzieherinnen und Erzieher. Teilweise über 250 Euro mehr für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit besonderer Fallverantwortung. Das sind materielle Kernpunkte nach acht Runden und zuletzt einem Verhandlungsmarathon von vier Tagen zur Eingruppierung für den Sozial- und Erziehungsdienst.

Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE NRW: "Alle reden  von der wachsenden Bedeutung der frühkindlichen Bildung. Heute haben wir ihr einen wirklichen Dienst erwiesen und die Situation der in diesem Bereich Beschäftigten deutlich verbessert.“

Aufwertung erreicht!
Bis zu 10 Prozent mehr Einkommen für Erzieherinnen und Erzieher. Teilweise über 250 Euro mehr für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter mit besonderer Fallverantwortung. Das sind materielle Kernpunkte nach acht Runden und zuletzt einem Verhandlungsmarathon von vier Tagen zur Eingruppierung für den Sozial- und Erziehungsdienst, die deutlich werden lassen, mit welchen Schwierigkeiten auch in Zukunft bei allen Fragen einer neuen Entgeltordnung zu rechnen sein wird. Willi Russ, Verhandlungsführer und 2. Vorsitzender der VBE-Dachorganisation dbb tarifunion, bewertet das Ergebnis positiv: „Insgesamt konnte eine Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst erreicht werden. Und das war unser Ziel!“

Expektanzverluste vermeiden
Seit einem halben Jahr verhandelt die dbb tarifunion mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) über die Eingruppierung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst. Ziel der Tarifverhandlungen war es, die Expektanzverluste zum abgelösten BAT/BAT-O gemäß der Potsdamer Einigung vom31. März 2008 auszugleichen und die sozialen und erzieherischen Berufe entsprechend ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und gestiegener Anforderungen aufzuwerten.
Die ersten sieben Verhandlungsrunden verliefen äußerst zäh. Die Arbeitgeber teilten zwar die Auffassung, dass die Anforderungen an die Beschäftigten in den letzten Jahren extrem gestiegen sind, zeigten sich jedoch für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nicht bereit und zogen mit ihrer Verweigerungshaltung eine Welle der Empörung bei den betroffenen Beschäftigten nach sich. Nicht zuletzt durch die wochenlangen bundesweiten Proteste und Streiks der Kolleginnen und Kollegen im Sozial- und Erziehungsdienst kam es zum Durchbruch in der achten Verhandlungsrunde am 27. Juli 2009 in Frankfurt am Main. Wegen der Blockadehaltung der Arbeitgeber war es jedoch nicht möglich, generell verbesserte Höhergruppierungen umzusetzen. Trotzdem konnte die dbb tarifunion erreichen, dass zum Beispiel im stark belasteten Berufsfeld der Erzieherinnen, diese Einkommensverbesserungen von bis zu 10 Prozent erhalten. Auch bei Sozialarbeitern mit besonderer Fallverantwortung konnte ein Plus von teilweise über 250 Euro durchgesetzt werden. Damit wird der besonderen gesellschaftlichen Verantwortung dieser Berufsgruppen Rechnung getragen.

Gesundheitsschutz
Auch zum Thema Gesundheitsschutz haben sich die Arbeitgeber deutlich auf die Gewerkschaften zu bewegt. Die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst erhalten einen individuellen Anspruch auf betriebliche Gefährdungsbeurteilung.
Mit der Einrichtung einer paritätischen Kommission haben die Arbeitnehmervertreter in den Betrieben erstmals die Möglichkeit, am Gesundheitsschutz mitzuarbeiten.

Ergebnisbewertung
Für Willi Russ ist der Wert des erzielten Tarifkompromisses ein doppelter: „Erstens haben sich die Tarifpartner in schwieriger Situation handlungsfähig gezeigt. Der gefundene Kompromiss ist für besonders belastete Berufsgruppen ein handfester materieller Fortschritt. Zweitens haben Gewerkschaften und VKA eine Bresche geschlagen und – bei allen Mühen und Differenzen – gezeigt, dass wir gemeinsam in der Lage sind, an einer neuen Entgeltordnung zu arbeiten.“ Russ sieht aber auch für die weiteren Verhandlungen zu einer neuen Entgeltordnung Probleme voraus, sollten gewachsene Belastungen, gestiegene Verantwortung und hochwertige Ausbildungen nicht in einer neuen Entgeltordnung abgebildet werden.

Sobald uns weitergehende Informationen vorliegen, werden wir diese an dieser Stelle veröffentlichen.

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