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Pressemitteilung vom 19.07.2012
Qualität des Erzieherberufs darf nicht ausgehöhlt werden
NRW braucht mehr Erzieher, aber: „Diese Erzieher brauchen eine qualifizierte Ausbildung“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung NRW (VBE). Umschulungen aus anderen Berufen garantierten nicht die umfassenden Fähigkeiten, die Erzieher und Erzieherinnen heutzutage brauchen, so Beckmann.
Wegen des gesetzlichen Anspruchs auf einen Kitaplatz für Kinder unter drei Jahren ab 2013 werden in NRW laut Berechnungen der Universität Dortmund über 6.700 Erzieherinnen zusätzlich benötigt. Die SPD will gemeinsam mit den Grünen den Kita-Jahresetat um 400 Mio. Euro auf 2 Milliarden aufstocken. „So zu tun, als sei diese Zahl der fehlenden Erzieherinnen plötzlich vom Himmel gefallen, ist verwunderlich“, entrüstet sich Beckmann. Die Regierung habe vielmehr über Jahre sträflich vernachlässigt, rechtzeitig für Nachwuchs zu sorgen.
„Wer in einem Beruf, der zwei Jahre unvergütete Ausbildung bedeutet, später nur rund 2.200 Euro brutto verdient, überlegt es sich doppelt und dreifach, ob er ihn überhaupt machen will“, sagt Beckmann und macht deutlich, dass die Anreize steigen müssen. Vor allem Männer würden zwar eine Ausbildung in diesem Bereich zwar ins Auge fassen, aber schließlich doch in besser bezahlte Berufe wechseln.
Die Sorge um die fehlenden Erzieherinnen darf aber nicht im Umkehrschluss heißen, dass die Ausbildung verkürzt oder von vermeintlichem Ballast befreit wird. „Erzieher sind heute weit mehr als die ‚Kindergärtnerinnen‘ von früher“, macht Beckmann deutlich, „ihr Aufgabenfeld hat sich ausgedehnt, der Bereich frühkindliche Bildung hat einen höheren Stellenwert bekommen. Da kann die Ausbildung der Erzieherinnen nicht eingedampft werden, sondern muss auf europäisches Niveau angehoben und an die Fachhochschule verlagert werden.“
Wer versucht, den Beruf zu unterlaufen, nimmt fahrlässig die schlechtere Versorgung der Kinder in Kauf. Vor allem im Kleinkindalter werden so viele Weichen für das weitere Leben gestellt, dass es einen Schnelldurchlauf in diesem sensiblen Bereich nicht geben dürfte, so Beckmann: „Dafür ist unsere Verantwortung gegenüber den Kleinsten einfach zu groß. Unser Ziel ist: Wir wollen die Besten für die Jüngsten.“
PM 327/12
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