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Pressemitteilung vom 04.07.2012
Zur Inklusionsdebatte im Landtag
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW bedauert es, dass die die Landesregierung tragenden Fraktionen mit ihren Papieren zur Inklusion weiterhin die notwendige Klarheit vermissen lassen. „Das vorliegende Papier ist schon konkreter, aber eben längst nicht konkret genug“, sagt Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender: „Die wichtigen Fragen zu den Ressourcen bleiben weiter unbeantwortet. Aber nur mit den richtigen Rahmenbedingungen kann Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern, gelingen.“
Vor allem um die Frage nach dem Personalbedarf und wie dieser konkret sicherzustellen ist würden sich SPD und Bündnis90/Grüne herumdrücken. Der VBE stützt ausdrücklich die Forderung von CDU und Piraten nach einer Doppelbesetzung in inklusiven Klassen: „Unsere Berechnungen machen dabei einen Mehrbedarf von 7.000-10.000 Lehrern aus.“ Ein Kernproblem sei, dass einfach nicht genügend Sonderpädagogen auf dem Markt seien – hier gelte es, dringend die entsprechenden Fort- und Weiterbildungen auf den Weg zu bringen und die universitären Ausbildungskapazitäten zu erhöhen, so Beckmann.
„Ohne entsprechende personelle und sächliche Ausstattung wird das Projekt Inklusion nicht gelingen“, sagt Beckmann. Inklusion dürfe schließlich nicht auf dem Rücken der Kinder und Lehrer ausgetragen werden. Deswegen seien auch verlässliche Klassengrößen unabdingbar. „Mehr als 24 Kinder dürfen nicht in einer Klasse sein – Kinder mit sonderpädagogischem Bedarf sind dabei doppelt zu zählen“, fordert Beckmann, „sonst bleibt die Bildung auf der Strecke.“
Wichtig sei es außerdem, so Beckmann, dass die Förderschulen weiter erhalten blieben: „Nicht jedes Kind wird inklusiv beschult werden können. Manchmal wird es auch sinnvoll sein, Kinder zeitweise aus den Regel-Klassen herauszunehmen, wenn sie spezielle Förderung benötigen. Es ist gut, dass die Politik das erkannt hat und dies auch in beiden Anträgen zum Ausdruck kommt.“ Auch zum Raumkonzept für inklusive Schulen äußern sich die Papiere nur unzureichend, findet Beckmann: „‘Materialpool‘ und ‚behindertengerechte Ausstattung‘ (SPD/Grüne) – das sind Aussagen, die wenig Substanz haben“, betont Beckmann: „Die bestehenden Schulbauten sind schlichtweg weder auf individuelle Förderung und schon gar nicht auf inklusives Lernen ausgelegt. Auch hier bedarf es klarer Aussagen über neue Raumkonzepte und deren Finanzierung.“ Pressemitteilung 29-12
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