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VBE: Neue Regierung muss Bildungschancen verbessern

Pressemitteilung vom 20.06.2012

SPD und Bündnis 90 / Die Grünen stehen vor großen Aufgaben

„Der VBE gratuliert Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zur Wiederwahl“, erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW: „Wir erwarten von der neuen und alten Ministerpräsidentin, dass sie die bisherige in der Minderheitsregierung gepflegte Dialogbereitschaft auch bei klaren Mehrheiten fortsetzen und deutliche Verbesserungen im Bildungsbereich vorantreiben wird.“

Aufgaben gebe es genügend auf der To-do-Liste der Landesregierung, führt Beckmann aus. Ganz oben stehe die Inklusion, das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Kindern: „Eltern und Lehrer erwarten klare Aussagen zu den Rahmengbedingungen. Dazu gehören aus Sicht des VBE u. a. die Doppelbesetzung in inklusiven Klassen, kleinere Lerngruppen und ausgebildete Sonderpädagogen, die mit den allgemeinbildenden Lehrkräften behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam fördern. Zudem darf die Absicht, Schwerpunktschulen zu bilden, nicht dazu führen, dass auch in Zukunft nur bestimmte Schulformen die Aufgabe der Inklusion übernehmen und auf der einen Seite Förderschulen aufgelöst werden, während auf der anderen Seite indirekt neue entstehen.“ Bei allen Sparzwängen der neuen Landesregierung dürfe die Lösung des Themas Inklusion nicht auf dem Rücken der Kinder und Lehrkräfte ausgetragen werden.

Die Demografiegewinne, die durch zurückgehende Schülerzahlen frei werden, seien eine Hilfe, dieses Thema zu lösen, so Beckmann: „Für uns Lehrer ist es unabdingbar, dass die Ressourcen, die durch die Demografiegewinne frei werden, auch tatsächlich in den Schulen bleiben, um z. B. kleinere Klassen überhaupt erst möglich zu machen.“

Gleichheit im Bildungsbereich sei aber keine einseitige Sache, merkt Beckmann an: „Wer will, dass alle Kinder gleiche Bildungschancen erhalten, muss diese Gleichheit auch für die Lehrerinnen und Lehrer bereitstellen.“ Daher sei es dringend nötig, die Ungleichbehandlung bei der Verbeamtung der Lehrkräfte zu beheben, sagt Beckmann: „Das Höchstalter muss in einem ersten Schritt auf 45 Jahre angehoben werden. Darüber hinaus müssen mittelfristig alle Lehrer verbeamtet werden. Zudem sind Lehrer – unabhängig von Schulform und Schulstufe – gleich zu bezahlen. Lehrerarbeit ist nicht gleichartig, aber gleichwertig.“

Und nicht zuletzt müsse die neue Landesregierung auch dafür sorgen, dass Schulleiterstellen schneller besetzt werden, mahnt Beckmann: „Wir haben über 500 unbesetzte Schulleiterstellen allein im Grundschulbereich. So kann Schule, vor allem vor dem Hintergrund der von der Landesregierung selbst definierten Schlüsselstellung von Schulleitung, nicht erfolgreich funktionieren.“ Lehrer müssten bessere Anreize bekommen, sich als Schulleiter zu bewerben: Bessere Bezahlung und mehr Zeit für Leitungsaufgaben.

„Die neue Landesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag viele dieser Punkte auf die Fahne geschrieben – wenn auch nicht konkret ausgeführt. Jetzt ist es an der Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen“, fordert Beckmann.


Pressemitteilung 26-12



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