Pressemitteilung vom 05.06.2012
Regierung muss Kita-Anspruch für U3-Betreuung auf hohem Niveau sichern
„Der Ausbau der U3-Betreuung darf nicht hinausgezögert werden und muss auf höchstem pädagogischen Niveau erfolgen“, sagt Udo Beckmann, Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) NRW. Er mahnt die Koalitionspartner, bei ihren Verhandlungen zum neuen Regierungsbündnis die Rechte der Kinder vorrangig zu behandeln: „Die Qualität von Bildung beginnt in den Kitas – besondere Verantwortung besteht dabei gegenüber den Kleinsten.“
Sparmodelle und Betreuung durch nicht hinreichend qualifizierte Kräfte wären ein Vergehen an den Kindern, warnt Beckmann: „Das Land muss die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, denn nur, wenn Eltern ihre Kinder gut behütet wissen, können sie sie auch in die Obhut anderer geben und so ohne schlechtes Gewissen Familie und Beruf miteinander vereinbaren.“ Unzureichende frühkindliche Betreuung würde den Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungschancen verfestigen, Ziel müsse es jedoch sein, dieses Hemmnis frühzeitig aufzubrechen, verlangt Beckmann.
Allein mit einem 10-Punkte-Programm, den die Bundesfamilienministerin vorgestellt hatte, sei es nicht getan. Den Forderungen, z. B. nach mehr Ausbildungsplätzen und Vollzeit-Stellen, müsse endlich Rechnung getragen werden. „Den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz haben Eltern für Unter-Dreijährige schon im nächsten Jahr – da ist nicht mehr viel Zeit, um die Dinge konkret anzugehen“, warnt Beckmann.
Er sorgt sich um die frühkindliche Bildung, die scheitern könnte, noch bevor sie angefangen hat: „Je kleiner das Kind, desto höher ist der Anspruch auf eine qualifizierte Betreuung. Die Politik ist dafür verantwortlich. Jetzt so zu tun, als seien die Probleme plötzlich vom Himmel gefallen, ist eine Verdummung der Bevölkerung“, empört sich Beckmann. Er erwartet klare Aussagen, „und zwar finanziell, personell und räumlich-sächlich. Der Kita-Ausbau muss ohne Trickserei umgesetzt werden. Die notwendige Qualität sicherzustellen, ist eine Aufgabe, die Bund, Länder und Kommunen gemeinsam verantwortungsvoll zu lösen haben.“ Pressemitteilung 25-12
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