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VBE: Bezahlung und Frauenanteil müssen steigen

Pressemitteilung vom 04.06.2012

Frauen bei Schulleitungsstellen immer noch unterrepräsentiert

„Frauen stellen den Großteil der Abiturienten und Studenten – doch in Führungspositionen muss man sie immer noch mit der Lupe suchen“, wundert sich Udo Beckmann, NRW-Vorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE). Deswegen müsse die Zahl der weiblichen Schulleitungsmitglieder deutlich steigen – und auch die Bezahlung dieser Position dürfe nicht mehr den anderen Besoldungsstufen des öffentlichen Dienstes hinterherhinken, so die Forderung Beckmanns.

„Der öffentliche Dienst hat eine Vorbildfunktion, und dieser muss er endlich gerecht werden“, sagt Beckmann. Zwar ist der Lehrerberuf deutlich in Frauenhand (fast 70 % der Lehrkräfte in NRW sind weiblich, an Grundschulen sogar rund 90 %), das schlägt sich aber nicht in den Schulleitungsstellen nieder. „Die hohe Frauenquote im Lehrerberuf macht vor der Schulleiter-Tür Halt“, kritisiert Beckmann. Vor allem in der Sek. I und Sek. II seien Frauen deutlich unterrepräsentiert, an Gymnasien z. B. seien gerade mal 28 % der Schulleiter weiblich. „Im Grundschulbereich spiegelt sich diese Ungleichbehandlung auch noch im Gehalt wider: Trotz ihrer Qualifikation und Erfahrung sind Grundschulleiter am unteren Ende der Gehaltskala – sie verdienen das gleiche wie ein Gymnasiallehrer, der gerade erst angefangen hat. Das soziale Ranking in der Bezahlung zwischen den Schulformen zieht sich wie ein roter Faden auch durch die Schulleitung“, führt Beckmann aus.

Der Beruf „Schulleiter“ müsse endlich attraktiver werden, so Beckmann, dafür müsse das Land vor allem im Grundschulbereich aber die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. „Viele Frauen scheuen sich, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, weil sie fürchten, Beruf und Familie nicht mehr unter einen Hut bringen zu können“, führt Beckmann aus und berichtet von Erfahrungen aus Gesprächen mit vielen Frauen.

Daher muss es für Frauen attraktive Möglichkeiten geben, beides gleichermaßen gut zu erfüllen, so Beckmann: „Die Erhöhung der Leitungszeit, wie von Schulministerin Sylvia Löhrmann angekündigt, muss endlich umgesetzt werden“, fordert Beckmann.

Hintergrund

Schulleitungen in NRW

Schulform                                                     männlich          weiblich

Grundschule

27,56%

72,44%

Hauptschule

58,04%

41,96%

Realschule

57,64%

42,36%

Gymnasium

72,28%

27,72%

Gemeinschaftsschule

40,00%

60,00%

WBK

69,05%

30,95%

Gesamtschule

62,93%

37,07%

Förderschule

53,21%

46,79%

Berufskolleg

76,50%

23,50%

Gesamt

44,21%

55,79%

(Quelle: Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen)


Pressemitteilung 24-12



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