18.04.2012 „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist ein Grundsatz, der in der Landesverfassung des Landes NRW verankert ist. Trotzdem werden Lehrerinnen und Lehrer auch in NRW Lehrerinnen und Lehrer im 21. Jahrhundert immer noch nach der Schuhgröße ihrer Schülerinnen und Schüler bezahlt. Die Aufwertung der Grundschule insbesondere seit PISA 2000, der schulstrukturelle Wandel hin zu einem längeren gemeinsamen Lernen, der Wandel des schulischen Auftrags zum Bildungs- und Erziehungsauftrag werden im Hinblick auf die Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit in den verschiedenen Schulformen und damit im Hinblick auf eine gleiche Bezahlung immer noch ignoriert.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) sieht die Zeit gekommen, endlich „Mehr Gerechtigkeit zu wa(a)gen“. Er fordert daher erneut die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit und damit der Lehrämter ein. Diese Forderung bekommt in NRW auch vor dem Hintergrund einer geänderten Lehrerausbildung, die die Gleichwertigkeit der Lehrämter in Ausbildungsdauer, Umfang und Abschluss festschreibt. Dies muss sich aus Sicht des VBE auch in einer gleichen Bezahlung unabhängig von der Schulform und dem Lehramt niederschlagen. Dass der VBE für die demokratische Idee von der Gleichwertigkeit der Lehrerarbeit Rückendeckung in der Bevölkerung findet, belegt eine vom VBE in Auftrag gegebene repräsentative FORSA-Umfrage vom April 2009. 71 Prozent der Bundesbürger sind lt. dieser Umfrage gegen eine unterschiedliche Bezahlung der Lehrer nach Schulformen. Drei Viertel aller 18- bis 44-Jährigen sprachen sich dafür aus, Grundschullehrer den Lehrern an weiterführenden Schulen gleichzustellen. Das Denken der Bundesbürger ist damit deutlich moderner als die Politik. Wir erwarten, dass die Politik endlich Zeichen der Moderne umsetzt.
Vor diesem Hintergrund hat Prof. Dr. Christoph Gusy, Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Staatslehre und Verfassungsgeschichte an der Universität Bielefeld, im Auftrag des VBE NRW in Anlehnung an ein Gutachten für den Bundesverband eine NRW-spezifische Bewertung vorgelegt, und sorgsam geschichtliche Zusammenhänge, Schulentwicklungen, dienstrechtliche Tatbestände und juristische Entscheidungen zusammengeführt und geprüft.
Eine Zusammenfassung dieses Gutachten legen wir Ihnen hiermit vor und hoffen, dass der wissenschaftliche Ertrag eine gute Basis ist, das Problem der fehlenden Gleichwertigkeit von Lehrerinnen und Lehrern unvoreingenommen zu betrachten und Konsequenzen für politisches Handeln daraus zu ziehen.
Zusammenfassung (pdf-Datei)
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