Pressemitteilung vom 26.03.2012
VBE: Entsetzen über Gewalt gegen Schulleiter
Mit Bestürzung hat der Verband Bildung und Erziehung (VBE) auf einen Angriff gegen einen Schulleiter in Attendorn reagiert. „So eine körperliche Attacke darf nicht heruntergespielt werden“, fordert der NRW-Vorsitzende Udo Beckmann. Leider haben Lehrkräfte, das zeigen die langjährigen Erfahrungen in der Rechtsberatung von Mitgliedern, oft den Eindruck, dass sie in solchen Fällen vom Dienstherren allein gelassen werden.
Der Vorfall ereignete sich bereits Mitte vergangener Woche und war erst mit Verzögerung bekannt geworden. Der Vater eines Erstklässlers hatte nach ersten Ermittlungen der Polizei den Schulleiter einer katholischen Grundschule auf dem Schulgelände angegriffen und zusammengeschlagen. Anlass war offenbar der angedrohte 3-tägige Schulverweis seines Sohnes, der ebenfalls als aggressiv beschrieben wird.
Der betroffene Schulleiter steht bis heute unter Schock und ist vorerst dienstunfähig geschrieben worden.
„Wir wissen, dass solche Vorfälle zwar nicht die Regel sind, aber immer wieder vorkommen“, sagt Beckmann, „sie zeigen ganz klar, wie wenig Achtung der Tätigkeit des Lehrers entgegengebracht wird – das bleibt natürlich nicht ohne Auswirkung auf das Schüler-Lehrer-Verhältnis.“ Eltern würden manchmal nicht einsehen, dass Lehrer ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag gegenüber der gesamten Lerngruppe sicherstellen müssen. Das heißt: Wenn Verwarnungen nicht helfen, müssen Kinder, die permanent den Unterricht stören, zeitweise von denen getrennt werden, die lernen wollen. „Das ist kein Angriff gegen die Eltern oder den einzelnen Schüler, sondern eine Maßnahme, um Bildung für alle sicherzustellen“, erklärt Beckmann.
Das faire und gewaltlose Miteinander ist die Basis von Schule, so Beckmann, darüber müssen sich Eltern, Kinder und Lehrer klar sein – gewalttätige Übergriffe sind in jeder Form inakzeptabel. „Daher ist es für den VBE unabdingbar, dass sich die Dienstherren in solchen Fällen vor die Lehrerinnen und Lehrer stellen und ihnen jedwede Unterstützung zukommen lassen“, bekräftigt Beckmann.
PM 13/12
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