Der Fachkräftemangel beherrscht immer noch die technischen Berufe – hier gibt es eine gute Chance vor allem für Mädchen, einzusteigen und Karriere zu machen, bekräftigt Beckmann: „Wer sieht, dass Handwerk oder Technik ein Weg ist, der Spaß macht und der zudem berufliche Chancen eröffnet, ist eher bereit, sich bei der Berufswahl diesen eher „typischen Männerberufen“ zu öffnen.“ Junge Mädchen sollten daher die Gelegenheit nutzen, beim Girls‘ Day gerade die Berufe kennenzulernen, die über Generationen eher in Männerhand waren.
„Es muss nicht immer Bürokauffrau oder Krankenschwester sein“, sagt Beckmann, „Frauen sind genauso geschickt und klug wie Männer – sie haben häufig nur Hemmungen, sich über vermeintliche Geschlechtergrenzen hinwegzusetzen.“ Dabei spielt ihnen die Statistik in die Hände: Denn von den fast 600.000 Gymnasial-Schülern in NRW waren über 53 % Mädchen. Beim Abitur liegen sie sogar noch deutlicher vorn: Fast 56 % der jungen Erwachsenen, die die Hochschulreife erwerben, sind Mädchen. Daher sei es verständlich, so Beckmann, dass Firmen, vor allem aus den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik), verstärkt auf sie bauen – die jungen Mädchen müssen sich ihrerseits nur trauen, diese neuen Wege auch zu gehen.
Der VBE appelliert daher auch an die Eltern, ihre Töchter nicht auf traditionelle Frauen-Berufe vorzubereiten, sondern offen zu sein für Berufe, die sonst eher in Männerhand waren. „Vor allem in Familien mit Migrationshintergrund muss den Eltern klar werden, dass ihre Töchter mit einem Job, auch wenn er eher ungewöhnlich ist für die Tradition, bessere Chancen haben, um an der Gesellschaft teilzuhaben“, stellt Beckmann klar.
Pressemitteilung 18-12