Die Sorge der Lehrkräfte sei berechtigt, so Beckmann. Erführen sie doch immer wieder, dass die Politik neue Anforderungen an die Schule festschreibe, ohne die notwendigen Gelingensbedingungen zu liefern. Ein Beispiel dafür sei das Thema Individuelle Förderung. Seit über fünf Jahren sei der Rechtsanspruch auf individuelle Förderung im Schulgesetz verankert, bis heute sei die notwendige Absenkung der Klassengrößen nicht erfolgt und fehle ein ausreichendes Fort- und Weiterbildungsangebot für die Lehrkräfte.
Vor diesem Hintergrund warnt der VBE davor, dass der Umbau zu einem inklusiven Schulsystem vorangetrieben werde, ohne die erforderlichen Rahmenbedingungen mitzuliefern. Der VBE erwartet von der Landesregierung, dass vor der für Ende 2011 vorgesehenen Verabschiedung eines Inklusionsplans keine irreversiblen Fakten geschaffen werden, zumal die zentralen Empfehlungen, die die Professoren Klaus Klemm und Ulf Preuss-Lausitz in ihrem Gutachten vorgelegt haben, noch einer vertieften Diskussion bedürfen.
Aus Sicht des VBE bedarf es hoher zusätzlicher Investitionen, um ein attraktives, qualitativ hochwertiges Bildungssystem zu erreichen. Dass die demografischen Renditen deshalb im System bleiben ist richtig.
„Das reicht aber bei weitem nicht“, so Beckmann. Der VBE erwartet von der Landesregierung, dass es für die Lehrkräfte, die an Förderschulen arbeiten, die zukünftig aufgelöst werden sollen, eine verlässliche und von Transparenz geprägte Personalplanung gibt. Beckmann wörtlich: „Wir setzen dabei auf die bisher von der Landesregierung gezeigte Dialogbereitschaft.“
Beckmann abschließend: „Die Rahmenbedingungen müssen von Anfang an so sein, dass die Lehrkräfte motiviert und nicht überfordert werden und sowohl Kinder mit als auch ohne Behinderung bestmöglich gefördert werden können.“
PM 39/11