Künftig werden alle angehenden Lehrerinnen und Lehrer an den Universitäten sechs Semester bis zum Bachelor-Abschluss und weitere vier Semester bis zum Master-Abschluss studieren. Dem schließt sich die zweite Phase an, die bis zum Jahr 2015 auf 12 Monate verkürzt werden soll. Der Einstieg in die Praxis wird durch ein 10-wöchiges Schulassistenzpraktikum erleichtert. Die Studieninhalte unterscheiden sich, je nachdem welches Lehramt angestrebt wird. Damit folgt die Landesregierung dem Gutachten des Bildungsforschers Jürgen Baumert, der keinen Grund für eine verkürzte Ausbildung angehender Grundschullehrer und –lehrerinnen ausmachen konnte, sondern lediglich unterschiedliche inhaltliche Schwerpunkte empfohlen hat.
„Mit der Entscheidung, dieser Empfehlung zu folgen, legt die Landesregierung die Messlatte in Sachen Lehrerausbildung auf eine Höhe, an der sich die anderen Bundesländer werden messen lassen müssen“, so Beckmann weiter. „Das weit verbreitete Denken, dass die Ausbildung umso kürzer sein kann, je jünger die Kinder sind, wird sich damit in Zukunft hoffentlich erledigen.“
Der VBE hat sich in vielen Gesprächen dafür eingesetzt, dass die Anerkennung der Gleichwertigkeit der Lehrämter sich auch in einer gleich langen Ausbildung niederschlagen muss. Das jetzige Ergebnis werten wir daher als Erfolg. Die massive Unterstützung durch Schulministerin Barbara Sommer und die Beharrlichkeit des CDU-Fraktionsvorsitzenden Helmut Stahl erkennen wir hierbei ausdrücklich an.
Der VBE begrüßt auch, dass die Zweiphasigkeit der Lehrerausbildung erhalten bleiben soll. Vertreter der Ausbildungsseminare werden künftig fest in die universitäre Ausbildung eingebunden, während umgekehrt Universitätsvertreter in die Seminarausbildung eingebunden sein werden. Dadurch wird die Zusammenarbeit zwischen beiden Einrichtungen institutionalisiert und verbessert. Die erste Phase der Ausbildung wird mehr Praxisanteile enthalten, dafür wird im Gegenzug die zweite Phase verkürzt. Inwieweit diese Umstrukturierung die Qualität der Lehrerausbildung verbessert, wird man künftig beobachten müssen.
„Wir hoffen, dass der immer wieder beklagte fehlende Zusammenhang zwischen der ersten und der zweiten Phase hergestellt werden und damit die Ausbildung insgesamt optimiert werden kann“, so Beckmann abschließend. „Hierfür ist der Abbau von Berührungsängsten auf beiden Seiten gefragt.“
PD 50/07
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